Kommissar Besetzung

Quelle: daserste.de

Quelle: daserste.de

Heute sieht man also Nicholas Ofczarek, diesen feinnervigen Interpreten von Charakteren in einer Bandbreite von Hofmannsthals Jedermann über das spielsüchtige schwarze Schaf der Familie Rauchensteiner (in David Schalkos „Altes Geld“) bis zum Knieriem in Nestroys „Lumpazivagabundus“, im Tatort „Die Geschichte vom bösen Friederich“ (ORF2, 20:15 Uhr).

Eine prominente Besetzung! Die wird natürlich nicht untergeordnet in der Geschichte ihren Platz finden. So lebt die Hoffnung und findet Erfüllung darin, dass nicht Ofczareks Figur als das zu enttarnende Böse übrig bleibt. Dem Publikum bliebe so nur der Anreiz, sich durch die Art und Weise des Ermittelns fesseln zu lassen. Die Kernfrage „Wer war es?“ ist zu oft durch Kommissar Besetzung schon beantwortet, bevor ein Fall in seiner dramaturgischen Konstellation ausgerollt wird. Mühsam entwickelte Erzählungen, gerade im für die Fernsehunterhaltung so zentralen Genre Krimi, implodieren. Dass Casting anderen Motiven gehorcht, etwa der Platzierung bekannter Gesichter in Massenmedien, schlägt nur allzu oft den kreativen Köpfen der Autoren ins Gesicht. Doch heute Abend wird es anders, muss es anders werden. Bitte!

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