Ein bisschen Verschwörung anzetteln

VerschwörungUnbestritten: Eine Wahlanfechtung ist ein Rechtsmittel, das einer wahlwerbenden Gruppierung zusteht. Im konkreten Fall verführen Denk- und Handlungsweisen der Einreicher zu einer Spiegelung, Verschwörung existiert bekanntlich überall: Auszählende Beamten hätten sich unter Verwendung von Wahlkarten gegen einen Kandidaten gewendet, selbst Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wurde – sehr grotesk!! – als Argument der Anfechtung eingebracht.

Nun also das Gedankenspiel: Sehr bald nach dem Wahltag wurden vier Bezirke und deren Behörden im schönen Bundesland Kärnten wegen Unregelmäßigkeiten beim Auszählen ins Visier genommen. Was wäre, wenn deren verantwortliche Leiter aus eben jenem politischen Lager kämen, das nun das rechtmäßige Zustandekommen des Wahlergebnisses anzweifelt? Färbte nicht ein vor Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommener Landeskönig das Land weitgehend um und besetzte Schaltstellen des öffentlichen Lebens mit seinen Leuten? Eine manchmal gar eigenwillige Wirklichkeitskonstruktion ist zudem dieser Bewegung eigen (Stichwort: Tod einer Terroristin zehn Meter neben dem Kandidaten bei einem (in)offiziellen Besuch in Jerusalem im Sommer 2014). Was wäre also, wenn die Schludrigkeiten mit dem Wahlgesetz absichtlich begangen worden wären? Was wäre, wenn damit das Ziel verfolgt worden wäre, aus dem Gerüst der Demokratie Österreichs die eine oder andere tragende Stange herauszureißen? Was wäre, wenn …?

Das Spiel mit den Emotionen der Masse beherrscht besagte Bewegung perfekt. Diese Politik bewegt sich stets auf Eskalationsstufen. Jedes Mittel, diese auszulösen oder zu steigern, kommt recht. Verschwörungstheorien gehören dazu, genauso wie die Hypersensibilität, sich in die Opferrolle zurückzuziehen, sobald die Mittel des eigenen politischen Aktionismus vom Gegner eingesetzt werden, und von dieser Position aus breit um Mitleid zu heischen.

Die Spiegelung dieses Handlungsstils wirkt stets entlarvend. Eine breite Annahme dieser Strategien würde letztlich zersetzend für jedes demokratische System wirken, erst recht für unseres, das Populisten gerne als überaltert, verkommen und schlecht kritisieren. Das müssen sie, um sich selbst zu legitimieren. Dabei übersehen sie natürlich zweierlei: Sie sind selbst Teil davon. Denn: Es ist sehr großzügig zu ihnen. Ohne es wäre ihr lauter destruktiver Politikstil gar nicht möglich.

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