Sie legen sich für Europa in die Riemen

Von Linz nach Izmit mit einem Ruderboot (mit Mast und Segel für die Passage im Schwarzen Meer): Gerald Harringer und Ihsan Banabak legen sich für Europa in die Riemen. - Foto: Die Fabrikanten

Von Linz nach Izmit mit einem Ruderboot (mit Mast und Segel für die Passage im Schwarzen Meer): Gerald Harringer und Ihsan Banabak legen sich für Europa in die Riemen. – Foto: Die Fabrikanten

Ab Sonntag, 31. Juli 2016, sitzen sie gemeinsam in einem Ruderboot, 4,70 Meter lang und 1,60 Meter breit, gebaut aus dem besonders widerständigen Kastanienholz in traditionell osmanisch-türkischer Form. Das bedeutet unter anderem, dass die Eichenholzruder ohne Metallverbindung, nur mit einem Tau am Rumpf befestigt werden. Zwei Monate lang sind Gerald Harringer und Ihsan Banabak Tag für Tag im Fluss, konkret auf der Donau. Sie rudern von Linz (Österreich) nach Izmit (Türkei), d.h. durch Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien und die Ukraine, dann die Westküste des Schwarzen Meers entlang (wofür ein fünf Meter langer Mast aus heimischer Fichte und ein handgenähtes Segel unterstützend eingesetzt werden) zum und dann durch den Bosporus ans Ziel. Linz ist Gerald Harringers Geburtsstadt, Izmit die von Ihsan Banabak. Gerald ist Mitbegründer der in Linz ansässigen Künstlerkooperative „Die Fabrikanten“, die bereits wiederholt in Reisen besondere Situationen von Kommunikation kreiert und (auch darin) über bekannte Grenzen gegangen ist. Ihsan hat Tiefbau an der TU Istanbul studiert und lebt seit 1991 als Bauingenieur in Österreich.

Alles fließt. Das Wasser ist eine Lebensader, die verbindet. Darum setzen die beiden Ruderer nicht auf eine hohe Schlagzahl des Vorankommens, auch wenn 50 Kilometer Tagespensum bewältigt werden wollen. Entscheidend sind die Begegnungen mit jenen Menschen, die in den Regionen der Donau am Fluss der Gegenwart teilhaben. Harringer und Banabak treffen Künstler und Kulturschaffende, um in einer Situation wie jetzt Kommunikation, Kooperation und Austausch zu intensivieren. Vereinbarungen, sich sozusagen „ins gemeinsame Boot zu setzen“, gibt es bereits mit dem Nomadic Arts Festival in Bratislava, Pro Progressione in Budapest, dem Boat Theatre in Novi Sad oder Tranzit in Bukarest. Weitere Begegnungen werden sich im Strom der Ruderfahrt für Europa, „Rowing for Europe“ ist der offizielle Projekttitel, ergeben.

Wie veränderte der politische Umbruch in der Türkei, dem Zielort, das Vorhaben? Gerald Harringer: „Natürlich sind wir etwas verunsichert, was die Lage in der Türkei betrifft, aber das eigentliche Anliegen wird dabei nicht wesentlich beeinträchtigt. Je unstabiler die Lage in Europa wird – und das ist nicht nur wegen der Situation in der Türkei der Fall – desto wichtiger werden Kulturprojekte, bei denen es um Kooperation und Austausch geht. Ein Mann, den wir am Ende unserer Reise in Istanbul treffen möchten, hat mir den berührenden Satz gemailt: Istanbul und die Welt brauchen solche Initiativen jeden Tag noch mehr.“

Die Reise kann via Facebook, Twitter, Instagram und WordPress begleitet werden: #rowingforeurope

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