Spielplatz ihrer Befindlichkeiten

Die anderen waren so gemein. Darum wollte Reinhold nicht mehr. Und ging. Dabei war es ja so, dass Reinhold am Spielplatz durchaus etwas zu sagen hatte. Mit Christian hatte er einen prima Spielkameraden. Als der vor einem Jahr gekommen war, versprach er ihm sogar, er werde mit ihm gerne gemeinsam über alle Klettergerüste kraxeln, im Takt schaukeln und sich den Sand aus den Schuhen leeren.

Jetzt lässt er Christian einfach so stehen. Statt Reinhold will nun Sebastian einen auf stark machen. Seine Clique hat ihm gesagt, er kann allein sagen, wer beim Spielen dabei sein darf. Er darf die Regeln ansagen. Und wenn ihm einer nicht passt, kann er ihn auch vom Spielplatz wegschicken. Auch Christian fand es nicht schlecht, wenn Sebastian mit ihm gemeinsam klettert, schaukelt und im Sand spielt. Doch Sebastian will nicht mit Christian und schickt ihm deswegen Wolfgang, mit dem Christian zuerst nicht und dann doch spielen will. Am rechten Rand des Spielplatzes schaut Heinz-Christian mit seinen Freunden aufmerksam zu. Matthias ärgert sich über Sebastian, weil ihm der seinen Spielkameraden Sepp abspenstig machen will. Eva sagte dann, sie geht jetzt auch. Ihr geht’s nicht gut. Sie will lieber zu Hause weiterspielen. Mit dem Robert wollen alle nicht. Darum tanzt er vor Heinz-Christian herum, der ihn trotz neuer Brille nicht sieht.

Christian sagt, was nun am Spielplatz geschieht, das mache er sich nicht mehr mit Sebastian aus, alle sollen mitreden und entscheiden. „Ein freies Spiel der Kräfte“, das findet er jetzt super. Den Sebastian und seine Freunde mag er jetzt auf lange Zeit nicht mehr.

Diese lange Zeit von Befindlichkeitsstörung zwischen den „spielenden Freunden“ der Sozialdemokraten und der (nun neuen) Volkspartei wird am 15. Oktober 2017 plus t hoch Koav (dies steht für die Zeit, also t, der Koalitionsverhandlungen) ihr Ende finden. Dann werden beide – aus einem Hahnenkampf für drei mit etwa gleich verteilten Ausgangssituationen – hervortreten, um Österreich in eine wohl bestellte Zukunft in Europa zu steuern.

Es wird darum Weihnachten 2017 werden müssen, bis wir wieder dort sind, wo wir jetzt sein könnten, wenn die Pflicht zur Arbeit fürs Land gegenüber der Befindlichkeit der Handelnden priorisiert werden würde.

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